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Kölner Stadtanzeiger

13.08.2010 / Uwe Mies / Kölner Stadtanzeiger


„Mehr Programm, mehr Vielfalt“

Köln steht seit mittlerweile 17 Jahren ohne großes FIlmfestival da. Immerhin haben sich längst zahlreiche Veranstaltungen etabliert, die dem Kultursektor Film in vielfältiger Weise Raum schaffen. Jüngstes Beispiel dafür sind die im letzten Jahr erstmalig und an diesem Wochenende erneut aufgelegten „Kölner Kino Nächte“. Das ist keine eigenständige Programmreihe mit Festivalcharakter. Vielmehr werden hier verschiedene stattfindende Filmveranstaltungen unter einem verbindenden konzeptionellen Dach zusammengeführt.

Austragungsorte der freien Kölner Filmszene stehen dabei gleichberechtigt neben gewerblichen Häsern wie Open-Air-Events und Indoor-Aufführungen. Die Aufmerksamkeit des Publikums soll auf diese Weise gebündelt werden auf Kino in Köln und Umgebung. Denn auch Bonn stellt dieses Jahr wieder mit den Stummfilmtagen im Innenhof der Alten Universität sowie im Kinosaal des Rheinischen Landesmuseum zwei Austragungsorte. Joachim Kühn, einer der Initiatoren und Organisatoren der Kölner Kino Nächte, begründet die Erweiterung: „Mehr Programm, mehr Vielfalt, mehr Kino.“ Und ergänzt: „Keiner soll ausgeschlossen werden. Deshalb bekommen alle die Chance, sich zu präsentieren; der Stummfilmklassiker unter Sternenhimmel ebenso wie die Hightech-Preview des nächstanstehenden 3-D-Kinofilms im Cinedom.“

Während die Filmbar auf der Dachterasse des Museums Ludwig eine Spielfilmreihe zum Thema „Boheme“ zeigt, kommen auf der Sommer-Berlinale im Hof des Museums für Angewandte Kunst Produktionen aus den Programmreihen der diesjährigen Berlinale zur Aufführung. Nicht nur in Bonn werden Stummfilmklassiker (Buster Keaton, Ernst Lubitsch) unter freiem Himmel gezeigt, sondern auch im Odonien in der Kölner Hornstraße, wo Hollywoods erster großer Actionheld Douglas Fairbanks mit stählernen Muskeln und strahlendem Gebiss als Zorro aufspielt, musikalisch untermalt von den DJs Jan Lankisch und Benedikt Henkel.
[...]
Auf eine Beteiligung von Schauspielhaus und Philharmonie muss allerdings dieses Jahr verzichtet werden. Da die Finanzmittel der Stadt drastisch gekürzt wurden und auch Stiftungen sich zurückzogen, kamen diese beiden Austragungsorte für die Kölnder Kino Nächte bei einem Gesamtbudget von 12.000 Euro nicht mehr in Frage.

Die Vielfalt ist zwar da, sie kann aber nicht mehr unbedingt bezahlt werden. Auch vor diesem Hintergrund laden die Kölner Kino Nächte am Sonntag im Filmforum im Museum Ludwig zu einer Dikussionsrunde: „Hat der Film in Köln eine Zukunft?“








jfc Medienzentrum

09.06.2010 / jfc Medienzentrum (www.jfc.info)


Stummfilm „Carmen“ erfolgreich bei den Jugendbuchwochen „Spanien“

Die diesjährigen Jugendbuchwochen der Stadt Köln sind dem Land Spanien gewidmet. Das jfc Medienzentrum beteiligt sich mit einer Filmreihe. Neben den aktuellen anspruchsvollen Filmen zeigte der Veranstalter den Stummfilm „Carmen“ von Ernst Lubitsch, begleitet von einem DJ im Odeon-Kino, einem der engagiertesten Programmkinos in Köln. Für die Stummfilmvorführung arbeitete das jfc Medienzentrum dabei mit der Gruppe stummfilm:dj zusammen.

Auf nicht ganz ernste Weise griff Lubitsch schon 1918 den Mythos um die Femme Fatal „Carmen“ auf und drehte mit seinem Film eine ganz eigene Version der Novelle von Prosper Mérimée. Carmen, gespielt von der − heute würde man sagen − „Hot Bitch“ Pola Negri, wickelt alle Männer um ihre Finger. Wer in ihre Fänge gerät, ist verloren. So auch der naive Soldat Don José, der sich rettungslos verliebt.

DJ Kernes brachte die immer noch im Film latent spürbare Modernität mit seinem Soundtrack zum Ausdruck. In großen Bögen unterstrich er musikalisch das Geschehen, kommentierte die Handlung, baute ironische Brechungen ein und schuf so in der Synthese mit dem Bild ein eigenständiges Werk.

Knapper Kommentar einer jugendlichen Zuschauerin nach der Vorführung: „Das war geil, das sollten die öfter machen!“ Filmreferent und Organisator des Abends Joachim Steinigeweg will sich diesen Wunsch zu Herzen nehmen.








Stummfilmsymposium Heidelberg

29.04.2010 / Stummfilmsymposium Heidelberg (stummfilmsymposium.wordpress.com)


Eine Notiz zum Projekt stummfilm:dj

Musikbegleitung zu Stummfilmen, die DJ's abmixen, hatte nun in Heidelberg Premiere, doch diese Begegnung hat eine Vorgeschichte in Köln. Dort gibt es seit 2007 das Projekt „stummfilm:dj“. Allerdings scheint man in Köln vielmehr an der Wiederentdeckung des Unterhaltungswertes dieser alten Filme interessiert zu sein, während man in Heidelberg die filmhistorische Auseinandersetzung sucht.

Die Interpretationen von „stummfilm:dj“ scheinen bemerkenswert vielfältig zu sein. Während die Interpretation von Murnaus „Der letzte Mann“ durch DJ SAD.SAD.CALZONE eine Komplexität zeigt, die Neugierde provoziert, klingen andere Arbeiten eher nach einem konventionellen Partymix. Die Idee, dass analoge Technik mit digitaler konfrontiert wird, ist eine spannende Herausforderung. Das hat weniger mit sehnsuchtsvolle Nostalgie zu tun, sondern vielmehr mit der Entdeckung einer intensiven Bildersprache, die man heute leider nur selten einem Publikum vorstellen mag. Gerade aber die Begegnung zwischen DJ-Set und Zelluloid eröffnet hier neue Freiräume − vorausgesetzt, man reduziert den Film nicht auf die Funktion eines Bildteppichs für stupide Partymusik.








ByteFM Mixtape

26.04.2010 / ByteFM (www.byte.fm)


Es lebe die analoge Kultur!

Nachdem in der letzten Woche die Internationalen Kurzfilmtage im Studio ByteFM / Ruhr zu Gast waren, begrüßen wir in der kommenden Woche die Band Ken, sowie das Team von stummfilm:dj.

Zu Gast im ByteFM Mixtape sind Michael Janowicz und Nico Saatkamp vom Köln-Düsseldorfer DJ-Kollektiv stummfilm:dj. Die beiden vertonen Stummfilmklassiker mit aktueller Musik − live und auf Vinyl. Durch das Projekt wurde bereits das Goethe-Institut auf sie aufmerksam und lud sie nach Kairo ein. Im Gespräch mit Klaus Walter erzählen sie von ihrer Idee und der Arbeitsweise eines stummfilm:dj's, dazu jede Menge Musik. Strictly Vinyl versteht sich!

› Link zur Sendung








The Daily News Egypt

23.01.2009 / Joseph Fahim / www.thedailynewsegypt.com


The Reel Estate: Last Man Standing

What a week it's been for movies. First off, Sundance managed at last to defy expectations and deliver a host of exceptional pictures, ranking this year's edition the best in many years. Second, the fairly predictable Oscar nominations were finally announced, promising nothing much to get excited about except for the acting categories.
On these shores, the highlight of the week was nothing remotely contemporary. The event of the week was a rare screening of F.W. Murnau's silent classic „Der Letzte Mann“ (The Last Laugh). It wasn't just an ordinary revival of a forgotten masterpiece common in culture centers and film festivals. The last Sunday screening was accompanied by a live performance from German DJ sad.sad.calzone, substituting Giuseppe Becce's clear-cut classic score with an amalgam of progressive rock, electronica and ambiance noise.
The final outcome was rather startling; disquieting, entrancing and pensive.

„The Last Laugh“ most famously known by its lack of title cards; the entire film uses a fluid, highly expressive visual style in telling a seemingly simple story. Intertitles are only used in two crucial instances throughout the film, where words play a fundamental role in paving the way for the successive unfolding events.

Great German actor Emil Jannings plays an aging doorman of an ultra posh hotel. The dedicated old man takes prize from his job and uniform. With a military-like design and big, brass button, the doorman's uniform has always earned him respect and admiration from his neighbors. He doesn't seem to conceal it; enjoying the social position his uniform placed him in.
Although he can't seem to notice or accept it, the doorman shows signs of old age from the very start of the film. Unable to bear the heavy weight of a luggage, he stumbles in the rain before picking up the luggage once again.
After being sheered by the hotel's clients, he sits down and rest for few moments and have a drink. The act doesn't go unnoticed; the next day, the unsympathetic assistant manager writes him a memo (the first of the two instances when the intertitles appear) informing him that he's being demoted to a bathroom attendant.
Shaken and mortified, the doorman steals his old uniform and attempts to sustain his old identity. He can't keep it for long and soon, one of the building's tenants finds out the truth.
In a series of nightmarish dream sequences and further humiliating occurrences, we witness the rapid, excruciating downfall of the man.

Along with Robert Wiene („The Cabinet of Dr. Caligari“), Paul Wegener („The Golem“) and Fritz Land („Destiny“, „Metropolis“) Murnau is one of the pioneers of the German Expressionism, a movement that sprang to prominence with film in the beginning of the 1920s, largely foreshadowing the rise of Nazism and the Third Reich.
The movement stressed an exaggerated, sharp visual style with dim cinematography, geometrically unrealistic set pieces and stories that mostly emphasizes themes of madness and betrayal; a manifestation of a variety of inner emotions through external images. The movement reflected the sense of crushing shame the German public experienced following the World War I defeat and the sanctions brought about by the Treaty of Versailles.
Always a distinguished master of the visual, the Murnau's set is an integral part of his story, no less important than his characters. From the heightened scale of the hotel, the bustling urban city, the revolving doors in rain, a descending elevator and an eye-catching tracking shot of the lobby (shot via still camera strapped on the chest of a cameraman), Murnau carefully sets the mood of his story before he expands the psychological ambiance with subsequent visions.
Basic elements of the German Expressionism are exemplified in the oblique angles (the doorman is seen via low angles to emphasize his sense of pride) and the dream sequence, including one scene where the hotel turns into giant fiend attacking the doorman and another shot where the camera seems to be gliding aimlessly into space.
Several scholars have constantly approached the German Expressionism films from a sociological perspective as period pieces, drawing countless parallels with the reality of the time. On a closer, different inspection, the timelessness of the themes these films have tackled becomes apparent.
Film scholar Siegfried Kracauer argues in his book „From Caligari to Hitler: A Psychological History of The German Film“ that, although the main intention of the film is presenting a tragic tale with a sympathetic protagonist, the doorman is, in fact, responsible for his own demise. Kracauer writes that the hotel staff do actually take pity upon him, that the sense of disgrace that overtakes him is somewhat embedded in his obsession with his uniform and authority.
The theory is, without a doubt, daring and intriguing, but I can't honestly digest it. Even if the humiliation and the suffering he undergoes principally stem from his own weakness to confront his false emasculation, the doorman remains a victim of a society, not unlike ours, which places importance on external appearances, on privilege and phony pretenses. The doorman is a product of this environment and his tragedy is universal.

The score assembled by Cologne-based DJ sad.sad.calzone didn't attempt to reinterpret the film as much as inject it with more emotional charge.








Goethe-Institut Ägypten

15.01.2009 / Goethe-Institut Ägypten


Deutsche Kultur im Dialog

stummfilm:dj : Der letzte Mann − Filmvorführung mit DJ-Begleitung
Regie: Friedrich Murnau, 90 Min., 1924

15.01. & 18.01.2009
Alexandria und Kairo

„Symbiose bedeutet das Zusammenleben artverschiedener, an einander angepasster Organismen zu gegenseitigem Nutzen.“ Bei dem Projekt der Gruppe stummfilm:dj kollidieren zwei solcher artverschiedener Welten, gehen jedoch gleichzeitig eine Symbiose der besonderen Art ein. DJ sad.sad.calzone setzt sich mit dem expressionistischen Stummfilmklassiker „Der letzte Mann“ (1924) auseinander und versucht, die eindrucksvollen Bilder von Regisseur Friedrich Murnau mit seiner eigenen Interpretation nachzuempfinden. Die dabei entstehenden Synergien zwischen alter visueller und moderner auditiver Kunst, geben dem Film ein ganz neues Gesicht, und präsentieren die Arbeit eines DJ's in einem nie dagewesenen Kontext.

Mit einem Mix aus Ambient, Noise, Electronica & Postrock vertont DJ sad.sad.calzone live die Handlung: ein in Ehren ergrauter Hotelportier (Emil Jannings) wird eines Tages aufgrund eines Schwächeanfalls vom Empfang auf die Herrentoilette zwangsversetzt. Um diese Demütigung vor seiner Familie und den Nachbarn zu verbergen, entwendet er eines Nachts seine alte Uniform. Tagsüber verrichtet er nun traurig seinen Dienst in der Hoteltoilette, doch nach Feierabend schlüpft er heimlich in seine alte Uniform. Doch der Schwindel fliegt bald auf...

stummfilm:dj ist die Verbindung aus schwarz-weißen Stummfilmklassikern auf 16mm & live gemixter Musik von Vinyl. Das Projekt präsentiert zwei ausdrücklich „nichtdigitale“ Medien.








PRINZ Köln

19.12.2008 / PRINZ Köln / www.koeln.prinz.de


Special Events: stummfilm:dj

Schon als die Bilder laufen lernten, wurden Stummfilme bei der Aufführung mit Musik begleitet. Früher gab es dafür ausgebildete Pianisten, bei diesem außergewöhnlichen Joint Venture übernimmt DJ Rokin an den Turntables die gleiche Aufgabe.
Gezeigt wird „Nanook der Eskimo“, eine der ersten und bedeutendsten Dokumentationen der Stummfilmära. Der Film zeigt lehrreich und spannend das harte Leben einer Inuit-Familie in der Arktis.








PRINZ Köln

17.10.2008 / PRINZ Köln / www.koeln.prinz.de


Electro/House: 4 Jahre Beat Boutique & stummfilm:dj
Gewölbe im Westbahnhof, Köln

Zum Geburtstag viel Glück − und nette Gäste: Erobique ist mit International Pony, aber auch als Ein-Mann-Band mit Rhodes-Piano und Beatmaschine immer ein Garant für feinsinnige und doch abgehende Sounds. Aus Spanien reisen der Live-Act HD Substance und DJ Gorka Underground an, um mit den Residents Kernes, Heisig und Orlando zum Tanz aufzuspielen. Eingeläutet wird der Abend wieder mit einem „stummfilm:dj“-Special, bei dem Kernes den Film „Carmen“ von 1918 live vertont.








Rundschau Online

21.07.2008 / Dörte Staudt / www.rundschau-online.de


Wenn Valentino auf dem Vulkan Hip-Hop tanzt

Entschleunigung! Ein neues Modewort, das die Sehnsucht nach einer Zeit ohne Hektik und Handy-Klingeltönen kurz umschreibt. Mag sein, dass es ein wenig überstrapaziert wird. Auf dem Abschlussabend der vom Jungen Forum Kunst veranstalteten Sommerwerkstatt auf dem Michaelsberg aber waberte es unweigerlich in den Sinn.
Zum „Tanz auf dem Vulkan“ hatte der Verein eingeladen, doch der ließ sich mit einem harmonischen Quintett, den „Saxonettes“ ausgesprochen entspannt an. Zur „Pink Panther“-Musik durften sich die Gäste an einem Blick erfreuen, der vom Johannesgarten − einem der bezaubernsten Fleckchen der Kreisstadt innerhalb historischer Abteimauern und dennoch auf dem Aussichtsplateau − bei klarer Luft ungeheuer weit über die Region schweift. Und als sich die dramatischen Gewitterwolken einmal zum Weiterziehen angeschickt hatten, konnte man auch die genießen, weil sie den Blick bei Vollmond noch um ein Vielfaches spektakulärer gestalteten.
[...]
Vor dem Sternenhimmel dann entfaltete Joachim Steinigeweg vom Projekt „stummfilm:dj“ seine Leinwand. Während heute zwei Schnitte pro Filmsekunde für das Auge ganz normal sind, erinnert er mit seinen Klassikern an Hollywood-Zeiten, in denen Rudolph Valentino in schier endlosen Sequenzen die Augen aufschlagen und seine Liebste ohnmächtig zu Boden sinken durften. „Der Sohn des Scheichs“ aus dem Jahr 1926 zeigte hier nicht nur Kennern, welche Ästhetik immer noch in den alten Schwarz-Weiß-Streifen steckt. „Es kollidieren Welten“, umschreibt die Gruppe, die alte Celluloid-Filme mit neuer Vinylmusik kombiniert, ihre Kunst. Doch harmonierten die ruhigen Hip-Hop Klänge, die DJ Rokin da aus 29 Stücken zusammengestellt hatte, auf ganz eigene Art mit den blitzenden Säbeln und durch die Wüste preschenden Pferden. Zum Schluss brach der „Vulkan“ aber doch noch aus: Schön ungefährlich, mit einem fröhlichen Feuerwerk.








Stummfilm-Blog

03.06.2007 / Stummfilm-Blog / blog.stummfilm.info


Stummfilm der Woche 23/2007:
„Der Sohn des Scheichs“ in Köln

Mein Stummfilm dieser Woche ist „Der Sohn des Scheichs“ in der Alte Feuerwache, Köln, von DJ Rokin mit live gemixter Musik von Schallplatte begleitet.

Die Veranstaltung hat das Motto:
Vinyl trifft Film − Audio trifft Visual − DJ Rokin trifft den „Sohn des Scheichs“

Grund meiner Wahl ist, dass ich die Kombination von Film und Live-Mix noch nie selbst erlebt habe. Ein weiterer Grund ist, dass es laut Ankündigung die Premiere eines Projektes ist und somit zu erwarten ist, dass es weitere Veranstaltungen dieser Art geben wird.


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